Schengen

Luc Frieden und Lex Delles machen Sommer-PR zwischen Europamuseum und „Marie-Astrid“

PR für die Moselregion und in eigener Sache machten am Mittwoch in Schengen Premier Luc Frieden und Minister Lex Delles. Inklusive Bad in der Menge, was in diesem Fall ein Foto mit einer türkischen Touristengruppe bedeutete. 

Prominenter Besuch gab es am Mittwoch in Schengen

Prominenter Besuch gab es am Mittwoch in Schengen Foto: Editpress/Julien Garroy

Am 14. Juni dieses Jahres fanden die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Schengen-Abkommens statt. 40 Jahre waren es da her, dass fünf Staaten an Bord eines Ausflugsschiffes ein Abkommen unterschrieben, das sinnbildlich für ein grenzenloses Europa stehen sollte und aus dem Winzerdorf Schengen ein weltweit bekanntes Symbol der Völkerverständigung machte. 

„Schengen is alive“, aber „Made in Germany“

„Schengen is alive“, aber „Made in Germany“ Foto: Editpress/Julien Garroy

Zum offiziellen Festakt gehörte die feierliche Wiedereröffnung des Europamuseums, das in frischem Glanz und mit neuer multimedialer Ausstattung aufwartet. Und die Rückkehr der legendären „Marie-Astrid“. Nicht der Prinzessin, sondern des renovierten und mit einem Elektromotor ausgestatteten Schiffes, auf dem 1985 und später 1990 die beiden Schengener Verträge unterzeichnet wurden. Sie ist nun Teil des Museums und kann besichtigt werden. Im Oktober soll sie an den dann fertiggestellten neuen Bootssteg direkt gegenüber dem Museum umziehen. 

Das alles schauten sich am Mittwoch Premier Luc Frieden (CSV) und Wirtschafts- und Tourismusminister Lex Delles (DP) an, die sich damit medienträchtig aus der politischen Sommerpause zurückmeldeten. Im Schlepptau hatten sie Schengens Bürgermeister Michel Gloden (DP). Neben Europamuseum und „Marie-Astrid“ ließ sich das Trio das Museum „A Possen“ in Bech-Kleinmacher zeigen, in dessen verschachtelten Zimmern ein authentischer Einblick in das tägliche Leben einer Winzerfamilie des 18. und 19. Jahrhunderts geboten wird. Das Museum soll unter der neuen Direktorin Adeline Karcher neu gestaltet werden.

Luc Frieden nannte drei Gründe für den PR-Auftritt an der Mosel: Erstens sei der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der demnach die volle Unterstützung der Regierung bekomme. Zweitens wolle er den Menschen Danke sagen, die den Tourismus in Luxemburg überhaupt erst möglich machen. Und drittens seien die zwei Museen nicht zufällig ausgewählt worden, denn beide hätten eine spezielle Mission, nämlich die der Aufklärung und Bildung.

Natürlich kam Frieden vor versammelter Presse nicht um eine Aussage zu den Grenzkontrollen auf deutscher Seite herum. Mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) hätte er bereits beim Antrittsbesuch darüber gesprochen. Die deutsche Regierung sei sich der Problematik für Luxemburg und für die Grenzgänger bewusst. Auch wüssten die Deutschen, dass es sich bei den Kontrollen lediglich um eine temporäre Maßnahme handeln dürfe, so der Premier.

Schengen „Made in Germany“ und Antifa

Antifa, Pro-Palästina und Extinction Rebellion sind laut Europamuseum potenzielle Gefahren für den Schengenraum. Nazis dagegen wohl eher nicht.

Antifa, Pro-Palästina und Extinction Rebellion sind laut Europamuseum potenzielle Gefahren für den Schengenraum. Nazis dagegen wohl eher nicht. Foto: Editpress/Julien Garroy

Zuvor hatten Frieden und Co. vor den „#schengenisalive“-Riesenbuchstaben vor dem Eingang zum Europamuseum fürs Gruppenbild posiert. „Schengen is alive“ (dt.: Schengen lebt) ist im Museum genau wie auf der „Marie-Astrid“ gleich mehrfach zu lesen. Im Souvenirshop wird sogar ein Teller mit diesem Aufdruck angeboten. Auf ihm prangert mittig ein schwarz-rot-goldener Aufkleber mit dem Schriftzug „Made in Germany“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Genau wie bei der Museumsvitrine mit dem Titel „Die Fragilität von Schengen“, in der wohl scheinbare Gefahren für den Schengenraum visualisiert werden sollen. Neben Sprengstoff wird zum Beispiel ein Schlagstock gezeigt, und auch ein Aufnäher der „Antifa“, ein „Free-Palestine“-Pin und Aufkleber der Umweltschutzbewegung „Extinction Rebellion“. Von rechtsradikalen Bewegungen, die sich in der Regel alle gegen ein vereintes Europa aussprechen, fehlt dagegen jede Spur.   

Tourismusminister Lex Delles kündigte abschließend an, dass man in der Hauptstadt eine Anlaufstelle für Weintouristen eröffnen werde, also eine Probierstube. Immerhin hätten im vergangenen Jahr 403.000 solcher Besucher den Weg ins Großherzogtum gefunden. Auch hob Delles hervor, dass die landesweite Neugestaltung der Wanderwege („Auto-pédestres“) seit zwei Wochen abgeschlossen sei.      

Luc Frieden inmitten einer Touristengruppe aus der Türkei
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Luc Frieden inmitten einer Touristengruppe aus der Türkei
Gruppenfoto vor dem Europamuseum (v.l.): Schengens Bürgermeister Michel Gloden, ...
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Gruppenfoto vor dem Europamuseum (v.l.): Schengens Bürgermeister Michel Gloden, Premier Luc Frieden, Museumsdirektorin Martina Kneip, Minister Lex Delles sowie die Schengener Schöffen Tom Weber und Jean-Paul Muller
Blick ins Innere des „neuen“ Europamuseums
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Blick ins Innere des „neuen“ Europamuseums
Das Museum „A Possen“ in Bech-Kleinmacher
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Das Museum „A Possen“ in Bech-Kleinmacher
Blick ins Innere des Museum „A Possen“
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Blick ins Innere des Museum „A Possen“
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