Theater
„Liebe ist austauschbar“: „Janus“ im Kasemattentheater
Die Liebe als zweischneidiges Schwert, die Beziehung als Janusgesicht – in Anouk Wageners erstem abendfüllenden Bühnenstück wird das Paradoxon Liebe, werden die Höhepunkte und Abgründe einer Beziehung zu einem abstrakt-poetischen Abend verdichtet.
Klarsicht oder verschwommene Wirklichkeitsauffassung: die Aussteigerin (Catherine Janke) und der Spurensucher (Pitt Simon) in „Janus“ (C) Bohumil Kostohryz
Irgendwie konnte es ja nur schiefgehen, zwischen der Aussteigerin (Catherine Janke) und dem Spurensucher (Pitt Simon). Eine, die die Gesellschaft ablehnt, ihr den Rücken kehrt, und jemand, der sie wieder aufspürt, vielleicht, um sie zu reintegrieren, vielleicht aber auch, um in den Spuren die gemeinsamen Erinnerungen zu lesen. Diese eigene Welt, die sich die Liebenden mitsamt Sprache und Grammatik schaffen, ist einzigartig. Aber gleichzeitig ist Liebe „austauschbar“, wie die Aussteigerin trocken kommentiert.