Sachbuch

Krieg um die Vergangenheit: Volker Weiß’ eindrucksvolle Analyse der Geschichtsklitterung durch die extreme Rechte

Rechtspopulisten und Rechtsextreme verfälschen die Geschichte, deuten sie um und instrumentalisieren sie zu ihrem Zweck. Der deutsche Historiker Volker Weiß hat ihre Strategien entlarvt und mit „Das Deutsche Demokratische Reich“ ein erhellendes und wichtiges Buch geschrieben.

Volker Weiß, Autor unter anderem von „Die autoritäre Revolte“ und „Das Deutsche Demokratische Reich“

Volker Weiß, Autor unter anderem von „Die autoritäre Revolte“ und „Das Deutsche Demokratische Reich“ Foto: Maximilian Gödecke Photography

Das Bild ging um die Welt: Donald Trump reckte nach dem gescheiterten Attentat auf ihn während des US-Wahlkampfs im Sommer 2024 die Faust in den Himmel und rief seinen Anhängern zu: „Kämpft!“ Er habe die Formsprache eines Arbeiterführers oder schwarzen Bürgerrechtlers bedient, ohne dass er jemals damit etwas zu tun gehabt hätte, schreibt Volker Weiß am Anfang seines neuen Buches. „Der weiße Milliardär Trump stand für das Gegenteil dieser Geschichte – und verkaufte sich den Wählerinnen und Wählern dennoch erfolgreich als Kandidat gegen ‚die Elite‘.“ Volker Weiß erzählt, wie Wladimir Putin unmittelbar nach seiner Einführung ins Präsidentenamt im Jahr 2000 den mächtigsten Oligarchen vor laufenden Kameras des russischen Fernsehens die Leviten las und sie anschließend zum Grillen einlud. „Tief im Wald am Rand von Moskau“, schreibt die britische Russland-Korrespondentin Catherine Belton, habe er seine Gäste empfangen – in der ehemaligen Datscha von Joseph Stalin.

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