Ehemaliger Mudam-Direktor Enrico Lunghi wehrt sich gegen RTL
Keine vollumfänglich saubere Berichterstattung
Beim dritten Anlauf hat es geklappt. Im Februar und April dieses Jahres musste der Prozess gegen RTL-Mitarbeiter wegen Krankheitsfällen ausgesetzt werden. Am Montag konnte er normal beginnen. Im Mittelpunkt steht eine Klage des ehemaligen Mudam-Direktors Enrico Lunghi.
Vier RTL-Mitarbeiter stehen im Visier der Luxemburger Justiz, darunter der oberste Ex-Chef Alain Berwick Foto: Horst Galuschka/dpa
Die Geschehnisse gehen auf den Herbst 2016 zurück. Es geht um ein Fernsehinterview, das im Rahmen der damaligen RTL-Sendung „Den Nol op de Kapp“ geführt wurde. Sophie Schram, damals freie Mitarbeiterin des Senders, befragte Enrico Lunghi, damals noch Mudam-Direktor, zu einer Luxemburger Künstlerin. Jene hatte sich zuvor in einer Reportage nicht gerade zärtlich über Lunghi und seine Kulturpolitik geäußert. Als Schrams Frage sich konkret auf des Direktors persönliche Einschätzung der Künstlerin gegenüber bezieht, macht Lunghi nicht mehr mit. Er drückt den Arm Schrams und damit auch das Mikrofon weg – scheinbar etwas wirsch. Nachher wird das Gespräch ganz normal weitergeführt und am Ende, so kann man das durchaus interpretieren, entschuldigt sich Lunghi sogar für sein etwas temperamentvolles Benehmen.