Musik

In jedem Ton liegt eine Hoffnung: Tocotronic veröffentlicht mit „Nie wieder Krieg“ Musik gegen die Vereinzelung

Mit 13 Alben und fast 30 Jahren Bandexistenz auf dem Kerbholz muss Tocotronic niemandem etwas beweisen. Auf „Nie wieder Krieg“ zitiert die Band Käthe Kollwitz, Ödon von Horvath und Sonic Youth und singt nur scheinbar dadaistisch über Sanifair und Herbes de Provence. In Wahrheit spannt die Platte einen Erzählbogen von Verzweiflung hin zur Hoffnung und verzahnt persönliche und kollektive Krisen.

Sänger Dirk von Lowtzow (vorne r.), Bassist Jan Müller (hinten l.), Gitarrist Rick McPhail (hinten r.) und Schlagzeuger Arne Zank (vorne l.)

Sänger Dirk von Lowtzow (vorne r.), Bassist Jan Müller (hinten l.), Gitarrist Rick McPhail (hinten r.) und Schlagzeuger Arne Zank (vorne l.) Foto: Gloria Endres de Oliveira/Tocotronic/Universal/dpa

„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, „Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“, „Über Sex kann man nur auf Englisch reden“: Auf „Digital ist besser“ (1995), dem Debüt der Band um Sänger und Gitarrist Dirk von Lowtzow, war jeder zweite Songtitel ein T-Shirt-Slogan. Speziell der heutige Kultsong um die Jugendbewegung gab von Anfang an ein gutes Resümee einer Band, die ihre Politisierung zwar humorvoll und ein wenig um die Ecke dachte – sie aber stets ernst nahm und sogar als unabdingbar betrachtete.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Frankreich trauert um Musiker

„French Touch“-DJ Kavinsky ist tot

Singende Mammuthörner und Habsburg-Pop

Zwei Bücher blicken aus unerwarteten Perspektiven auf Musikgeschichte