Serie
Historisches und architektonisches Esch (32): Casino der Gelsenkirchener Bergwerks-AG
Der mächtige deutsche Stahlkonzern Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) hat die Stadt Esch maßgeblich geprägt. Seine zahlreichen Bauten zählen neben der Adolf-Emil-Hütte (Belval) zu den bemerkenswertesten Industriedenkmälern.
Das Casino der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, heute ein Musikkonservatorium Foto: © Christof Weber, 2015
Entworfen wurden die Gebäude von dem deutschen Architekten Paul Tafel (um 1875 bis nach 1950). Durch ihre besonderen Architekturformen sind sie leicht erkennbar. Sie unterscheiden sich von der lokalen Bautradition belgisch-französisch-italienischer Prägung durch ihren an Gartenstädte und Landhäuser Englands und Deutschlands angelehnten Stil. Die von Ebenezer Howard (1850-1928) in den 1890er Jahren entwickelte Gartenstadt stand Pate für große Arbeitersiedlungen in England und auf dem Kontinent. Jedoch wurde der ursprünglich utopische Charakter der Gartenstadt ausgespart. In Deutschland war Alfred Krupp ein Pionier auf dem Gebiet. Bereits in den 1860er Jahren ließ er eine große Anzahl von Wohnhäusern für die Arbeiter seines Unternehmens bauen. Dieses Werk erreichte seinen Höhepunkt in der berühmten Margarethenhöhe in Essen. Sie wurde von dem deutschen Architekten Georg Metzendorf (1874-1934) entworfen und ab 1909 durch die Margarethe-Krupp-Stiftung realisiert. Neben Wohngebäuden umfasste die bezaubernde Stadt außerdem Geschäfte, Dienstleistungsgebäude und ein Kulturzentrum.