Serie
Historisches und architektonisches Esch (31): Adolf-Emil-Hütte
Am 1. Januar 1905 gründete sich eine Interessengemeinschaft zwischen dem Aachener Hütten-Actien-Verein, der seit 1892 die ehemalige „Brasseurschmelz“ in Esch/Alzette und seit 1903 das Hüttenwerk in Audun-le-Tiche besaß, dem Schalker Gruben- und Hüttenverein und der Gelsenkirchener Bergwerk-Verein-Actien-Gesellschaft, die seit den 1890er Jahren eines der größten europäischen Bergbauunternehmen war – ihre Musterzeche Zollern ist heute noch vielen ein Begriff. Am 1. Januar 1907 fusionierten die drei Unternehmen unter dem Namen Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG). Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war das neue Unternehmen nach Krupp und vor Thyssen das zweitgrößte der deutschen Schwerindustrie.
Das Belvaler Hüttenwerk nach der Übernahme durch die „Société métallurgique des Terres-Rouges“: vorne die erste Möllerei, dann die sechs Hochöfen von 1911/12 mit Cowpers, dahinter links die Gebläsehalle von 1913, rechts das Stahlwerk und im Hintergrund die Walzwerke sowie Teile der Stadt Esch. Foto von 1921. Foto: ArcelorMittal-Archiv
Die GBAG versuchte, die Produktion von Rohstoffen, Roh- und Halbfertigstählen zu kombinieren und sogar Vorblöcke und Fertigprodukte herzustellen. Die beste technische und wirtschaftliche Lösung für dieses Projekt war die Zusammenlegung von Hochöfen, Stahl- und Walzwerken an einem Standort. Zur gleichen Zeit baute der Konkurrent Thyssen ein integriertes Werk dieser Art in Hagondange im vom Deutschen Reich annektierten Lothringen, nur 40 km von Esch/Alzette entfernt.