Serie
Historisches und architektonisches Esch (30): Quincaillerie Sichel
Die frühere Quincaillerie Sichel ist eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt Esch. Es zeugt von der wirtschaftlichen und städtischen Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Mit seiner reich verzierten monumentalen Fassade, die fast 30 Meter lang ist, spiegelt das ehemalige Eisenwarengeschäft die Ambitionen und den Stolz seiner damaligen Besitzer wider.
Das Sichel-Haus ist eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt Esch Foto: © Christof Weber, 2019
Der erste Eisenwarenladen von Edmond und Léon Gillain wurde 1873 auf dem Rathausplatz errichtet. Als die Ausweitung des Handels in der Industriestadt eine Erweiterung erforderte, wurde der deutsche Architekt Carl Dietrich aus Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße, Rheinland-Pfalz) beauftragt, ein neues Gebäude zu entwerfen, in das das alte Geschäft integriert werden sollte. 1910 übernahmen die Geschäftsführer Ferdinand Sichel und Alfred Ganz von der 1907 in Mainz gegründeten Firma Julius Sichel & Co die Eisenwarenhandlung. Zu ihnen gesellte sich bald Hugo Fuchs, ein gebürtiger Zwingenberger (Hessen), Ehemann von Irma Blumenstein, der Tochter des luxemburgischen Rabbiners Isaac Blumenstein. Im Jahr 1911 öffnete das neue Unternehmen seine Pforten. 1920 wurde es in Quincaillerie d’Esch S.A. umbenannt.