Serie
Historisches und architektonisches Esch (19): Die rue de l’Alzette (1)
Die rue de l’Alzette sowie die angrenzenden Straßen und Plätze stellen eine städtische Struktur von großem, in Luxemburg einzigartigem architektonischem Reichtum dar. Jahrzehntelanger wirtschaftlicher Wohlstand spiegelt sich in den bemerkenswerten Fassaden wider. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die rue de l‘Alzette eine angesehene Adresse für Eigentümer von Gebäuden und Geschäften.
Die rue de l’Alzette 1911. Links die Häuser mit klassizistischem Einfluss, rechts einige opulentere Fassaden, darunter das Pfauenhaus (mit der Markise). Foto: Archives de la Ville d’Esch, Fotosammlung
Die Entstehung der Straße geht auf die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zurück. Für ihre Entwicklung war es notwendig, die Alzette, die heute in einem Kanal unterhalb der Straße fließt, teilweise abzudecken und umzuleiten. Die 1885 begonnenen Arbeiten wurden 1911 abgeschlossen. Die verschiedenen Teile dieser über 900 Meter langen Straße trugen mehrere Namen. So hieß das erste Stück avenue de l’Hôtel de Ville, das folgende rue de l’Alzette bis zur Kreuzung mit der avenue de la Gare. Der Abschnitt bis zur Kreuzung mit der rue Dicks wurde rue de la Poste genannt, der letzte Teil bis zum boulevard Prince Henri dann rue Marie-Thérèse. Der heutige Name wurde der rue de l‘Alzette am 9. Mai 1923 vom Gemeinderat zugewiesen. Von 1940 bis 1944 hieß sie Adolf-Hitler-Straße.