Serie
Historisches und architektonisches Esch (15): Arbeiterkolonien des Aachener Hütten-Actien-Vereins
Nach der Inbetriebnahme der Brasseurschmelz im Südwesten der Stadt wurden in Esch Arbeiterwohnungen gebaut. Die Unternehmer sahen sich angesichts ihres Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften bald mit einem Mangel an Wohnungen konfrontiert.
Blick auf das Hüttenwerk Esch-Terre Rouge und die vom Aachener Hütten-AV errichteten Arbeitersiedlungen: links die sieben Vierfachhäuser des Kazebierg, dann, neben dem Spielfeld der Jeunesse Esch, die 18 Doppelhäuser der rue des Mines, hinter dem Spielfeld die 17 Doppelhäuser der rue Renaudin. Im Hintergrund rechts eine Teilansicht der Stadtteile Brill, Uecht, Clair-Chêne und Auszéibréck, rue… Foto: ArcelorMittal
Die ersten acht Doppelhäuser, genannt „Saarbrécker Kasären“ (Saarbrücker Kaserne, heute rue des Mineurs), wurden 1873 von der „Société des Mines et Forges de Sarrebruck“ in der Nähe der Hoehl gebaut. Die ersten richtigen Arbeitersiedlungen wurden jedoch vom deutschen Unternehmen Aachener Hütten-Actien-Verein errichtet, das 1892 die Brasseurschmelz übernahm: 1894 wurden in Kazebierg die ersten sieben Häuser mit je vier Wohnungen gebaut, die in den 1950er Jahren zerstört wurden, um der neuen Agglomeration Platz zu machen. In den Jahren 1901 und 1904 errichtete das Aachener Unternehmen dann „op Barbourg“ eine Wohnsiedlung, die aus 35 identischen Doppelhäusern mit Satteldächern bestand, in der Renaudinstraße (vor dem Zweiten Weltkrieg Aachener Straße und rue de la Paix genannt) und in der rue des Mines (bis 1923 nach dem Namen eines Vorstandsmitglieds des Aachener Hütten-AV vom Rath-Straße genannt).