Serie
Historisches und architektonisches Esch (12): Die Grube Collart/Cockerill
Die Eisenerzgrube Collart/Cockerill in Esch/Alzette ist ein außergewöhnlicher Ort, der unterstreicht, dass es eine Ästhetik der Industriearchitektur gibt.
Überblick über das Museum heute: Schmiede, Umkleideraum („salle des pendus“), Büros, Sägewerk, elektrische Zentrale, Werkstätten, St.-Barbara-Kapelle Foto: Christof Weber, 2015
Das Bergwerk wurde ursprünglich nach seinen Gründern, den Brüdern Charles (1829-1910) und Jules Collart (1831-1917), den Eigentümern der Steinforter Hütte, benannt. Um die Versorgung ihres Werks mit Eisenerz zu gewährleisten, erwarben sie von 1881 bis 1913 insgesamt 24 ha Land und die Konzessionen „Schlossbusch“, „Heintzenberg“, „Katzenberg“ und „Eichels“. Die Erzausbeutung begann 1882. Dann ging die Mine nacheinander in die Hände der Unternehmen Felten-Guilleaume aus Köln (1912-1921), Athus-Grivegnée, dann Angleur-Athus (1921-1940) und schließlich Cockerill (von 1945 bis zur Schließung im Jahr 1967) über. Während des Krieges wurde das Bergwerk von den Nazi-Besatzern in die „Gewerkschaft Lützelburg“ zwangsintegriert. Die meisten der Industrie- und Verwaltungsgebäude wurden zwischen 1881 und 1910 gebaut, andere kamen in späteren Jahren hinzu. 1882 wurde die normale Eisenbahnstrecke der Prinz-Heinrich-Eisenbahngesellschaft in der Hoehl für die Collarts um einige Hundert Meter verlängert, mit einem öffentlichen Bahnsteig am Gleisende, der bald als „Collart-Quai“ bezeichnet werden sollte.