Serie

Historisches und architektonisches Esch (10): Brasseurschmelz (1)

Am 4. Dezember 1869 wurde das erste Eisenhüttenunternehmen im Erzbecken gegründet, die „Société anonyme des Hauts Fourneaux Luxembourgeois“. Das Ziel der Gründer war die Errichtung eines Hüttenwerks in Esch/Alzette, in unmittelbarer Nähe der Erzvorkommen des Eisenerzbeckens von Esch-Rümelingen. Der Projektleiter des neuen Industrieunternehmens war der junge Escher Pierre Brasseur (1832-1918). Daher der ursprüngliche Name Brasseurschmelz, der dem Werk gegeben wurde, auch bekannt als „Al Schmelz“ (altes Hüttenwerk) und schließlich Esch-Terre Rouge.

Die Brasseurschmelz um 1873

Die Brasseurschmelz um 1873 Foto: ANLux, Archives Arbed

Bereits 1859 stellte sich Pierre Brasseur, Sohn eines Gerichtsvollziehers und Gemeindesekretärs von Esch/Alzette, in den Dienst der „Société anonyme des Mines du Luxembourg et des Forges de Sarrebruck“, einer belgischen Gesellschaft, der die von Victor Tesch (1812-1892) gegründete Burbacher Eisenhütte bei Saarbrücken gehörte, um als Vertreter und Buchhalter für die Burbacher Hütte in Esch zu fungieren. Der junge Minenagent begnügte sich jedoch nicht damit, einfach nur die Geschäfte anderer Leute zu führen, sondern begann sich gleichzeitig, zusammen mit seinem Halbbruder Dominique-Léopold Brasseur, Notar in Esch, für den Erwerb von Eisenerzfeldern zu interessieren. Pierre Brasseur war seit 1864 mit Hélène Wurth, der Tochter des Richters und Historikers François-Xavier Wurth-Paquet, verheiratet. Über diese familiäre Konstellation verfügten die Brüder über Verbindungen zum finanzkräftigen luxemburgischen und Genter Bürgertum (mehrere Mitglieder der Familien Brasseur und Wurth waren damals in Gent, Flandern, ansässig). Zusammen gründeten sie die „Société particulière pour l’exploitation de terrains miniers dans le Grand-Duché de Luxembourg, um Eisenerzvorkommen im Esch-Rümelinger-Becken zu erwerben und auszubeuten.

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