Theater
„Gretchen 89 ff“: Über die Scharmützel hinter dem roten Vorhang
Mit viel Schwung und Humor gewährt „Gretchen 89 ff" dem Publikum Einblicke in den kruden Theater-Alltag.
Bei der vorzüglich gelungenen Inszenierung im Escher Theater führte Daniel Texter Regie. Die Regieassistenz übernahm Mahlia Theismann. Foto: NC
Als Welt im Kleinen spiegelt das Theater den ganzen wunderbaren Irrsinn, den wir jeden Tag im Umgang mit anderen Menschen erleben. Während der Proben begegnen sich Egomanen erster Güte und postpubertäre Fußabtreter, brunftige Psychoanalytiker und verkopfte Theoretiker, hartgesottene Profis und dauerbeleidigte Starletts auf Konfrontationskurs. Die Figuren, die das bunte Kuriositätenkabinett hinter den Kulissen bevölkern, rangeln sich mit fast beneidenswerter Leidenschaft. Warum? Weil sie (fast) alle der festen Überzeugung sind, im Besitz des heiligen Grals des Theater-Olymps zu sein, sprich als einziger oder einzige die Antwort auf die alles bestimmende Frage zu kennen: Wie spielt man ein Stück, „so wie es wirklich ist“?