Wohnen in Esch
Gemeinde will Eigentümer verklagen, deren Mieter ihretwegen im Warteregister stehen
Die Diskussion rund um das gemeinsame Wohnen in Esch ebbt nicht ab. Dem Schöffenrat war es wichtig, erneut einiges klarzustellen. Im Gespräch mit dem Tageblatt betonte der frisch gebackene Sozialschöffe Christian Weis, dass Menschen, die auf dem Warteregister stehen und deswegen ihre Rechte verlieren, der Stadt nicht egal seien. Die Gemeinde wolle nun einiges in die Wege leiten, um ihnen zu helfen – und Eigentümer, die sich nicht an das Gesetz halten, zu bestrafen.
WG-Diskussion in Esch: Die Gemeinde bezieht erneut Stellung und will Eigentümer zur Verantwortung ziehen Foto: Editpress/Julien Garroy
In der Gemeinderatssitzung vom 10. Juli 2020 war von 57 Personen die Rede, die aufgrund von Problemen bezüglich des gemeinsamen Wohnens auf dem „Registre d’attente“ der Stadt Esch stünden. „Für 15 von ihnen wurde bereits eine Lösung gefunden“, sagt Sozialschöffe Christian Weis. Es stünden aktuell also noch 42 Personen in Zusammenhang mit dieser Problematik auf dem Warteregister. 25 von ihnen leben in sogenannten „Chambres all in“. Das sind möblierte Zimmer, die von einem Unternehmen für einen kurzen Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. „Bei diesen Firmen ist jeder sich einig, dass gegen sie vorgegangen werden muss“, sagt Stadtarchitekt Luc Everling. Denn sie mieten günstig, vermieten teuer und drücken damit die Preise auf dem Wohnungsmarkt in die Höhe. 17 Menschen leben in Zimmern, die von Privatpersonen vermietet werden.