Mobilitätsminister
François Bausch: Tram für „Nordstad“ hätte eine „Überkapazität“
Eine Tram nach Ettelbrück und Diekirch? Eine Straßenbahn für die Agglomeration „Nordstad“ hätte im Verhältnis zur Nachfrage eine sehr große „Überkapazität“. Das schreibt Mobilitätsminister François Bausch in einer parlamentarischen Antwort.
Archivfoto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Wäre eine Straßenbahnverbindung in den Raum Diekirch-Ettelbrück sinnvoll? Das fragte der DP-Abgeordnete André Bauler Mobilitätsminsiter François Bausch in einer parlamentarischen Anfrage. Und Bausch ist von der Idee offenbar nicht sonderlich begeistert. „Eine Tram für die ‚Nordstad’ hätte im Vergleich zur Nachfrage eine sehr große Überkapazität“, antwortet der Grünen-Politiker. Die Nachfrage sei bei den 24.000 Einwohnern rund um Ettelbrück und Diekirch nicht groß genug, um eine Straßenbahn voll auszunutzen. Hinzu käme die „diffuse und ländliche Besiedlung“ im Norden des Landes. „Die ‚Agglonord’-Hauptzentren sind bereits mit Bahnlinien verbunden – nicht nur untereinander, sondern auch mit den beiden anderen Stadtentwicklungszentren des Landes, ‚Agglolux’ und ‚Agglosud’“, schreibt Bausch.
Die Regierung stelle Ende 2021 ein multimodales Verkehrssystem vor. Dieses werde an die für 2035 prognostizierte Nachfrage angepasst und „natürlich auch die ‚Nordstad’ umfassen“, sagt Bausch. „Dieser nationale Mobilitätsplan zielt nicht darauf ab, alle Regionen des Landes mit einem bestimmten Verkehrsmittel zu versorgen, sondern einer maximalen Anzahl von Einwohnern und Grenzgängern attraktive Verbindungen anzubieten.“ Idealerweise könnten die wichtigsten Ziele im Großherzogtum dann mit einem einzigen Umstieg erreicht werden. Laut Bausch soll der Plan an die regionalen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden – und daraus abgeleitet werden, welche Kombination von Transportmitteln für ihre spezifische Situation am besten geeignet sei. (Red.)