Grevenmachers Geschichte
Fischer, Handwerker und Händler: ein Leben zwischen Alltag und Gefahr
Vieles, was wir über die Vergangenheit Grevenmachers wissen, verdanken wir dem Priester und Lokalhistoriker Joseph Hurt (1892–1962). Seine Chronik bereitete Monique Hermes, frühere Grundschullehrerin und heutige Bürgermeisterin, in einer Reihe von Beiträgen auf. Diesen Texten folgend, reisen wir in vier Etappen durch die Geschichte der Moselmetropole. Der zweite Teil führt hinter die Stadtmauern – in eine Welt, in der Arbeit und Handel ebenso zum Alltag gehörten wie die Sorge vor Feuer und Krieg.
Die Mauer ist fast verschwunden, ihre Wege sind geblieben: Der alte Stadtplan lässt sich in Grevenmacher bis heute erstaunlich gut erlaufen Foto: Marco Goetz
Die Stadtmauer versprach Schutz, machte Grevenmacher aber auch zu einem klar begrenzten Lebensraum. Innerhalb der Befestigung wurde gearbeitet, gehandelt und gewohnt. Handwerker organisierten sich in Zünften, Fischer und Schiffsleute lebten von der Mosel. Die Stadt war klein, ihr wirtschaftliches Netz reichte jedoch weit über ihre Tore hinaus.
Handwerk und Handel prägten das städtische Leben. Hurt nennt eine Fischerzunft, die 1537 belegt ist, sowie die „Maîtrise du Marteau“ aus dem Jahr 1569. Aus ihr ging die „Maîtrise des Tanneurs“ hervor. Auch Schuhmacher und Rotgerber waren in einer Zunft zusammengeschlossen. Diese bestand noch 1766 und wurde erst unter Kaiser Joseph II. aufgehoben.