Mitarbeiter-Schikane
FGFC kritisiert mangelnde Fortschritte im Schlichtungsverfahren mit TICE
Im Streit zwischen FGFC und TICE herrscht Stillstand. Die Gewerkschaft spricht von blockierten Verfahren, wachsender Frustration und droht mit weiteren Maßnahmen.
Die Gewerkschaft FGFC kritisiert, dass Fortschritte im Schlichtungsverfahren mit TICE ausbleiben Symbolfoto: Editpress/Alain Rischard
Zwischen der „Fédération générale de la fonction communale“ (FGFC) und dem Bussyndikat TICE kriselt es weiter. In einer Pressemitteilung vom Freitag kritisiert die Gewerkschaft den mangelnden Fortschritt im Schlichtungsverfahren zwischen den beiden Akteuren. Mehr als 500 Bedienstete würden seit Ende 2025 auf konkrete Veränderungen warten, doch die Justiz halte die Blockade weiterhin aufrecht. Dabei hätten Innenministerium, Syvicol, TICE-Führung und die Gewerkschaften ihre Delegierten längst benannt und damit die Voraussetzungen erfüllt.
Worum es geht
Anfang Juli 2025 hatte die FGFC auf mutmaßliche Missstände beim TICE aufmerksam gemacht. Die Gewerkschaft erhob schwere Vorwürfe: Das Transportsyndikat würde gezielt Druck auf die Mitarbeiter ausüben, um „die Belegschaft ‚auszudünnen‘, ohne auf teure Kündigungen oder offizielle Umstrukturierungen zurückgreifen zu müssen“. Krankmeldungen führten oft sofort zu Kontrollarzt-Vorladungen. Auch Arbeitsüberlastung, fragwürdige Disziplinarmaßnahmen und juristisch bedenkliches Verhalten seien keine Einzelfälle. Die Personalvertretung werde entweder „bewusst umgangen“ oder „in ihrer Funktion systematisch geschwächt“.
Viele Betroffene hätten große Erwartungen an den Protestpiquet im September und die darauffolgenden Verfahren gesetzt, doch konkrete Ergebnisse blieben bisher aus. „Für viele Beschäftigte bleibt damit nur Ernüchterung und das Gefühl, erneut hingehalten zu werden“, schreibt die FGFC.
Die Gewerkschaft kritisiert zudem eine zunehmende Verschärfung der Situation beim TICE. Die Führung fühle sich bestärkt und setze weiterhin auf fragwürdige Praktiken, darunter Schikanen gegen Personal und Personaldelegierte. Auch der Umgang mit der Personalvertretung habe sich verschlechtert. Der Ton sei zunehmend respektlos, ein konstruktiver sozialer Dialog kaum noch vorhanden. Sachliche Kritik werde nicht aufgegriffen, sondern mit Drohungen und Hinweisen auf mögliche juristische Konsequenzen beantwortet. Zudem bleibe die Personalsituation ungelöst: Obwohl die Personalvertretung im Dezember 2025 auf einen massiven Personalmangel hingewiesen habe, habe das Bussyndikat keine Maßnahmen ergriffen.
Unsicherheit und Frustration durch Stillstand
Die FGFC stellt die Zuständigkeiten infrage und kritisiert, dass gesetzlich geregelte Verfahren blockiert werden. Weder Ombudsmann noch Premierminister, Minister oder die Abgeordnetenkammer könnten eingreifen. Dadurch könne keine Institution effektiv einschreiten. Die Leidtragenden seien die Bediensteten, für die der Stillstand Unsicherheit und Frustration bedeute.
Sollte die Justiz bis zum Monatsende untätig bleiben, will die FGFC „zusätzliche gewerkschaftliche Maßnahmen“ einleiten und „alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um den notwendigen Respekt und konkrete Verbesserungen durchzusetzen“. (les)