Alain spannt den Bogen
Extraklasse dank Jukka-Pekka Saraste: Leonidas Kavakos’ poetische Schostakowitsch-Erzählung in der Philharmonie
Er war der Wunschkandidat unseres Autors für den Chefposten der Luxembourg Philharmonic: der finnische Dirigent Jukka-Pekka Saraste. Nach zwei Jahren Abwesenheit kehrte er am vergangenen Freitag mit einem Strawinsky-Schostakowitsch-Tschaikowsky-Programm zum Luxembourg Philharmonic zurück.
Unaufdringliches, aber sehr präsentes Dirigat: der Finne Jukka-Pekka Saraste zu Gast in Luxemburg Foto: Alfonso Salgueiro
Das Konzert begann mit einem selten gespielten Werk von Strawinsky, nämlich dem atmosphärisch dichten Frühwerk Chant funèbre op. 5 aus dem Jahre 1908, in dem der Komponist bereits Elemente der Filmmusik vorwegnimmt. Die Musik schafft düstere Bilder, die mit ihrem fesselnden und narrativen Charakter den Zuhörer regelrecht gefangen nehmen, ohne dass man aber jetzt von wirklich großer Musik sprechen kann. Der finnische Dirigent Jukka-Pekka Saraste dirigierte das Werk mit einem sehr natürlichen Gestus, er ließ die Musik aus sich heraus wirken und verzichtete auf eine zu überladene Interpretation. Man kennt Saraste als einen Dirigenten, der es ohne plakative Effekte immer wieder schafft, dem Publikum den Kern der Musik offenzulegen.