Theater

„Es ist trotzdem Unfug“: Peter Shaffers „Amadeus“ in einer Inszenierung von Jacques Schiltz und Claire Wagener

Wer die Arbeiten von Jacques Schiltz und Claire Wagener kennt, wird zunächst verwirrt sein: Ihre Inszenierung von Peter Shaffers „Amadeus“ ist ungewohnt linear und melancholisch. Das liegt weniger daran, dass sich die beiden „Agitatoren“ beruhigt hätten und ein Repertoire an klassischen Alterswerken anpeilen würden, sondern erklärt sich dadurch, dass in Zeiten der Pandemie die geplante Satire auf den hiesigen Kulturbetrieb unpassend gewirkt hätte. Diese (relative) Ernsthaftigkeit tut dem Stück trotz einiger Längen meist gut.

Für das 25-jährige Jubiläum des Künstlerkollektivs „Independent Little Lies“ wird der Theaterklassiker „Amadeus“ aufgeführt

Für das 25-jährige Jubiläum des Künstlerkollektivs „Independent Little Lies“ wird der Theaterklassiker „Amadeus“ aufgeführt Foto: Boshua

Beim verfrühten Ableben berühmter Persönlichkeiten sind die Spekulationen um einen unnatürlichen Tod nicht nur unumgänglich, sie stellen stets auch einen fruchtbaren Nährboden für die Fiktion dar. Bereits vor Laurent Binets „La septième fonction du langage“, in dem der Autor hinter Roland Barthes’ Unfall vor dem Collège de France einen Mord verdächtigte, hatten sich nicht nur Schriftsteller mit dem Tod Mozarts beschäftigt.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Ausstellung in Düdelingen

„Nuclear Paradise“ zeigt die widersprüchliche Realität der atomaren Vergangenheit von Hao

„Le Rouge et le Noir“

Au Théâtre d’Esch, Catherine Marnas fait résonner Stendhal aujourd’hui

;