Alain spannt den Bogen
Eine kleine Weltreise in der Philharmonie
Gustav Mahlers 7. Symphonie wird gerne als sperrig und komplex angesehen; sie ermöglicht keinen so leichten Zugang wie die anderen Symphonien. Das muss aber nicht so sein, denn Semyon Bychkov zeigte in seiner ungemein fein ausgearbeiteten und sehr dreidimensional angelegten Interpretation dieses Werkes, wie leicht man doch in das vermeintlich schwierige Stück eindringen kann – hat man erst den richtigen Schlüssel dafür gefunden.
Semyon Bychkov und die Tschechische Philharmonie (C) Sébastien Grébille
Bychkov setzte nicht auf einen Unisono-Klang, sondern ging äußerst differenziert zur Sache; jede Instrumentengruppe hatte ihre Rolle zu spielen, jedes Soli wurde sorgfältig herausgearbeitet und als individuelle Stimme in einem musikalischen Ganzen behandelt. Gleiches tat Bychkov mit den Themenkomplexen, wobei er besonderen Wert auf die tänzerischen Elemente legte. Trauermarsch, Walzer, Ländler, sie alle kamen zu ihrem Recht.