Stëmm vun der Strooss
Ein Tag auf der Fouer – für die, die sonst nicht eingeladen werden
Am 26. August, bei sommerlichen 29 Grad, verwandelt sich die „Schueberfouer“ in einen Ort gelebter Solidarität. Zum zehnten Mal organisiert die NGO „Stëmm vun der Strooss“ einen Ausflug für rund 300 Menschen, die sonst am Rand der Gesellschaft stehen. Für sie bedeutet dieser Tag mehr als Zuckerwatte und Karussell – er ist ein seltenes Stück Normalität, ein Moment des Dazugehörens. Für sie ist dieser Dienstag im August ein Höhepunkt des Jahres.
Für Christine Schott (Mitte rechts) ist dies ein Tag zum Durchatmen Foto: Carole Theisen
„Haut gëtt e gudden Dag! Ech loosse mer dee vun näischt vermisen“, sagt Christine Schott laut, fast trotzig, aber mit einem Lächeln. Die 41-Jährige lebt von 70 Euro pro Woche. Sie hat Kinder, die sie derzeit nicht bei sich hat – erst wenn sie eine größere Wohnung findet, darf sie sie zurückholen. Seit Jahren kämpft sie darum, vergeblich. Sie will nicht jammern, obwohl sie allen Grund dazu hätte. Depressionen, finanzielle Not, keine Perspektive. Aber heute ist anders. Sie freut sich auf die Fahrgeschäfte: „Take Off oder Breakdance, das ist voll mein Ding. Ich muss ein wenig Adrenalin loswerden.“