Bereit für die Jugend?
Differdingen präsentiert seinen „Plan communal jeunesse“
Vertrauen, Teilnahme und Aufrichtigkeit: Darauf soll der „Plan communal jeunesse“ in Differdingen beruhen. Die Verantwortlichen präsentierten am Dienstagmorgen im „Ale Stadhaus“, wie die Südgemeinde zukünftig auf die Jugendlichen und ihre Bedürfnisse eingehen und mit einer klaren Linie unterstützen möchte.
Die Koordinatorin der Abteilung „Vivre ensemble“, Catia Pereira, Jugendschöffe Thierry Wagner, Pädagoge Franck Chabriac und der Leiter des „Service jeunesse“, Pedro Mota (v.l.n.r.), stellten am Dienstagmorgen den kommunalen Jugendplan vor Foto: Editpress/Alain Rischard
Am Internationalen Tag der Jugend am Dienstag stellte die Stadt Differdingen ihren „Plan communal jeunesse“ vor. „Dieser ‚Plan d’action’ soll aktiv zur Aufwertung der Rolle der Jugendlichen in unserer Gesellschaft beitragen“, erklärte Jugendschöffe Thierry Wagner (LSAP). Ein „Comité de pilotage“, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern lokaler Vereine, der Jugendkommission sowie Pädagoginnen und Pädagogen, hatte in den vergangenen drei Jahren die Situation junger Menschen in der Gemeinde untersucht. Ziel ist es, dass die Zukunft der Jugendlichen nicht allein von Erwachsenen bestimmt wird, sondern sie selbst ihre Vorstellungen mitgestalten.
„Der ‚Plan communal jeunesse’ gibt uns endlich die Möglichkeit, aktiv auf Jugendliche zuzugehen und ihnen einen Rahmen für eigene Aktivitäten zu bieten“, sagte Sylvain am Dienstagmorgen. Der junge Mann ist seit 2023 Mitglied der Jugendkommission und engagiert sich für die Rechte und Sichtbarkeit junger Menschen in Differdingen. „Als erstes Ziel wollen wir einen Ort in der Gemeinde finden, an dem sich Jugendliche treffen und ungestört entfalten können“, ergänzte er.
Das 50-seitige Dokument gibt mehrere Anhaltspunkte für die Umsetzung eines kommunalen Jugendplans Foto: Editpress/Alain Rischard
Herausforderungen und Koordination
Beim Ausarbeiten des Aktionsplans wurden die Verantwortlichen mit mehreren Herausforderungen konfrontiert: Es fehlt häufig an strategischer Koordination, der politische Wahlzyklus birgt die Gefahr von Projektunterbrechungen, und zwischen Kinder- und Jugenddiensten besteht weiterhin eine deutliche Trennung. Zudem sei das vorhandene Angebot in den Bereichen Prävention, Sport, non-formale Bildung und Kultur zwar vielfältig, in der Öffentlichkeit jedoch zu wenig bekannt. Die stark wachsende Bevölkerung, eine über dem nationalen Durchschnitt liegende Jugendarbeitslosigkeit und eine ausgeprägte soziale Heterogenität verschärfen die Lage.
Die Stadt Differdingen hat gemeinsam mit Pädagoge Franck Chabriac von der Organisation „La Trace S.i.S.“ mehrere methodische Ansätze erarbeitet, um diesen Herausforderungen zu begegnen. „Für die Jugendlichen bedeutet aktive Beteiligung mehr Selbstwirksamkeit, stärkeres Selbstvertrauen, bessere Ausdrucksfähigkeit, mehr Verantwortungsbewusstsein, größere Dialogfähigkeit und mehr Respekt gegenüber anderen“, so Chabriac.
Die Richtlinien sind Teil eines lebendigen Dokuments: „Der Plan wird regelmäßig überprüft und angepasst, um den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden“, sagt Pedro Mota, Leiter des 2020 gegründeten „Service jeunesse“. Noch existiert der kommunale Aktionsplan bislang nur auf dem Papier – nun soll das „Comité de pilotage“ ihm Leben einhauchen.