„natur&ëmwelt“
Die Uferschwalbe ist Vogel des Jahres 2026
Der Naturschutzverband „natur&ëmwelt“ stellt Luxemburgs kleinste Schwalbenart mit ihrer Ernennung zum Vogel des Jahres 2026 in den Fokus. Sie gilt aufgrund des zunehmenden Verlusts ihres natürlichen Lebensraums als stark gefährdet.
Junge Ufernschwalben werden am Nesteingang gefüttert Foto: natur&ëmwelt/Raymond Gloden
Der Naturschutzverband „natur&ëmwelt“ hat die Uferschwalbe (lux.: „Sandschmuewel“) zum Vogel des Jahres 2026 gekürt. Mit dieser Auszeichnung soll nicht nur die Lebensweise der kleinsten europäischen Schwalbenart beleuchtet, sondern auch auf den zunehmenden Verlust ihres Lebensraums aufmerksam gemacht werden, wie aus einer Pressemitteilung des Verbands vom Montag hervorgeht. Die Vögel des Jahres würden regelmäßig im Grundschulunterricht behandelt werden. Entsprechendes Material werde den Schulklassen zur Verfügung gestellt.
Derzeit würden zwischen 110 und 150 Uferschwalbenpaare in Luxemburg leben – die meisten davon im Moselgebiet. Die Uferschwalbe gräbt bis zu 70 cm tiefe, horizontale Röhren in sandige Steilhänge und errichtet am Ende eine kleine Nestmulde, in der sie ihre Brut aufzieht. Eine besiedelte Wand sei an den zahlreichen Nesteingängen zu erkennen, denn die Uferschwalbe zählt zu den Koloniebrütern.
Durch die Begradigung von Flüssen geht ihr natürlicher Lebensraum zunehmend verloren. Daher ist die Art auf künstliche Sandaufschüttungen angewiesen. Im Moselraum seien bereits Versuche mit künstlichen Nistwänden unternommen worden.
Die Uferschwalbe fällt nicht nur durch ihre geringe Körpergröße von 12 bis 13 Zentimetern auf, sondern auch durch ihr Brutverhalten. Nach der Rückkehr aus den Winterquartieren im April beginnt die Brutzeit. Innerhalb von etwa sechs Wochen werden vier bis sechs Jungtiere aufgezogen. Noch während diese auf die Versorgung durch die Eltern angewiesen sind, beginnt bereits eine zweite Brut. Dennoch gehen die Bestände der Uferschwalbe zurück, weshalb sie als gefährdete Art gilt, teilt „natur&ëmwelt“ mit.