Abschied mit Tränen in den Augen

Die Sendemasten in Junglinster verschwinden – für die Einwohner ist es eine Katastrophe

Seit fast einem Jahrhundert prägen die drei großen Sendemasten das Landschaftsbild von Junglinster. Jetzt werden sie abgerissen. Für die Einwohner verschwindet damit ein Stück ihrer Identität.

Dieser Blick dürfte bald der Vergangenheit angehören: die drei ikonischen Türme in Junglinster

Dieser Blick dürfte bald der Vergangenheit angehören: die drei ikonischen Türme in Junglinster Foto: Editpress/Alain Rischard

„Das ist das Schlimmste, was passieren kann“, sagt eine Frau in einem Café im Ortskern. Es ist noch früh am Abend, das Lokal ist ziemlich leer. Die Frau sitzt mit ihrem Partner am Tresen und erzählt, dass sie in Junglinster aufgewachsen und vor einigen Jahren wieder hingezogen ist. Früher hat sie als Kind unter den Sendemasten gespielt. Jetzt hat sie von ihrem Haus freien Blick auf die Antennen. Und sie schaut gerne hin. „Ich frage mich ständig, wie lange noch“, sagt sie. Auch ihrem Partner, der eigentlich aus dem Luxemburger Süden kommt, sind die Türme ans Herz gewachsen. „Während der Nachtschicht sehe ich sie immer im Dunkeln blinken“, erzählt er. Wären sie weg, würde ihm etwas fehlen.

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