Historisches und architektonisches Esch (6)
Die Pfarrkirche Sankt Joseph
Die auf einer Anhöhe gelegene Pfarrkirche Sankt Joseph prägt nachhaltig das Panorama der Stadt Esch.
Gesamtansicht der Pfarrkirche Sankt Joseph Foto: © Christof Weber, 2015
Das katholische Gotteshaus wurde in den Jahren 1873-1877 als Ersatz für die Vorgängerkirche Sankt Johann Baptist errichtet. Letztere erwies sich ob der rasanten, durch die industrielle Entwicklung befeuerten demografischen Entwicklung zunehmend als zu klein. Außerdem war sie baufällig und harrte einer Generalüberholung. Die Gemeinde entschied sich für einen oberhalb der alten Kirche anzusiedelnden Neubau. Zu diesem Zweck lobte sie 1872 einen Architektenwettbewerb aus, den der Staatsarchitekt Charles Arendt (1825-1910) mit einem resolut im neogotischen Stil gehaltenen Projekt für sich entscheiden konnte. Mit dem Bau beauftragt wurden die auf Sakralbauten spezialisierten Unternehmer Jacquemin, père & fils aus Metz. 1877 wurde die neue Kirche geweiht. Der Architekt Rémy-Edouard Jacquemin (1844-1906) übernahm die Bauleitung. Das alte Gotteshaus wich 1878 der Großgasse-Schule. Um den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen, erwählte man den Heiligen Joseph, der als Patron der Arbeiterschaft gilt, als Schutzherrn der neuen Kirche.