„Wir müssen das Komplizierte leben“

Der Regisseur und Musiker Schorsch Kamerun über Politik, Theater und 50 Jahre Punk

Er war Mitbegründer und ist noch immer Sänger der legendären Hamburger Band Die Goldenen Zitronen, seit einem Vierteljahrhundert ist er außerdem auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu Hause. Angefangen hat seine Combo einst mit Punk, politisch äußert sich Schorsch Kamerun noch wie eh und je – auch im Tageblatt-Interview.

Schorsch Kamerun auf der Terrasse der „Theaterstuff“

Schorsch Kamerun auf der Terrasse der „Theaterstuff“ Foto: Editpress/Georges Noesen

Schorsch Kamerun wartet vor dem Bühneneingang des Grand Théâtre auf uns. Im Rahmen seiner Künstlerresidenz hat der 63-Jährige das partizipative Musiktheater-Happening „Luxembourg All In“ geschaffen, das am 26. und 27. September zu erleben ist. An der begehbaren Konzertinstallation im riesigen Foyer des Theaters haben sich unter anderem die Sopranistin Marie-Christiane Nishimwe, der Musiker PC Nackt, die Schauspieler Julia Amore Ariete und Konstantin Rommelfangen sowie viele weitere Profis und Bürger beteiligt (Bühnenbild: Katja Eichbaum). Wir machen uns mit unserem Gesprächspartner auf den Weg zur nahen „Theaterstuff“.

Tageblatt: Der Schock des AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt saß noch tief. Anfang der 90er wurden Die Goldenen Zitronen in Hoyerswerda von Neonazis angegriffen. An was denkst du, wenn du das Erlebnis von damals mit der politischen Situation von heute vergleichst?

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