Im Kino
Der Mann, der zu tief grub: Tom Cruise gibt in „Digger“ den Ölbaron
Alejandro G. Iñárritu macht aus Tom Cruise einen Ölmagnaten, aus der Klimakatastrophe eine Farce und aus der Farce schließlich eine Frage nach der Wirksamkeit von Kunst. „Digger“ ist ein Film über eine aus den Fugen geratene Welt – und darüber, ob Satire noch mit der Wirklichkeit Schritt halten kann, die längst selbst wie Satire erscheint.
In „Digger“ übernimmt Tom Cruise die Rolle des Bösewichts des Kapitalismus auf Quelle: imdb.com
„Rise Early. Work Hard. Dig Oil.“ steht über dem Kamin von Digger Rockwell (Tom Cruise), und vielleicht ist damit über den Protagonisten von „Digger“ bereits alles gesagt. Digger heißt Digger, weil er gräbt, und neben ihm sitzt eine Katze, die an Blofeld denken lässt. Cruises Ölmagnat tritt als Bond-Villain des fossilen Kapitalismus auf, dessen Bohrungen eine ökologische Katastrophe mitverursacht haben. Nun fühlt er sich dazu berufen, die Welt zu retten: Gemeinsam mit Wissenschaftlern soll Digger eine Lösung für die immer bedrohlicher werdende Krise finden, während Politik, Wirtschaft und persönliche Interessen längst unauflösbar ineinander übergegangen sind.