Netflix-Serie
Der Hype um „Adolescence“ macht sich in Luxemburg bemerkbar, doch ist nur bedingt berechtigt
Die Netflix-Produktion „Adolescence“ führt weltweit die Liste der meistgesehenen Serien an und wird sowohl in Großbritannien als auch in Luxemburg als Fallbeispiel herangezogen: Im Mittelpunkt stehen ein Frauenmord und die Lebensrealität von Jugendlichen. Ist der Hype berechtigt?
Owen Cooper spielt Jamie Miller in der britischen Netflix-Serie „Adolescence“ Foto: Netflix/dpa
In den frühen Morgenstunden stürmt ein Polizeiteam das Wohnhaus der Millers und nimmt den 13-jährigen Jamie (Owen Cooper) fest. Die Familienidylle ist hin: Jamie muss sich wegen Mordes an einer Mitschülerin verantworten. Vier Folgen skizzieren die Ermittlungsarbeit. Dabei geht es weniger um die Rekonstruktion des Tathergangs als vielmehr um die Zurschaustellung einer gewaltbereiten Jugend und ihrer Codes. Die Produzenten von „Adolescence“, Jack Thorne und Stephen Graham, wollen eigenen Aussagen nach eine Debatte über toxische Männlichkeit, Gewalt und soziale Medien lostreten. Mit Erfolg: Die Serie zählt zu den meistgesehenen Produktionen weltweit. Der britische Premierminister Keir Starmer lud die Produzenten Anfang April zum Gespräch über Gewalt (besonders gegen Frauen) ein und befürwortet die Bereitstellung der Serie an Sekundarschulen. In Luxemburg nimmt die Beratungsplattform „Bee Secure“ sie zum Anlass, um über die Nutzung von Emojis aufzuklären. Kaum eine Kritik kommt ohne Superlative aus: Die Schauspielleistungen, die Regiearbeit von Philip Barantini sowie die Themenwahl werden über den Klee gelobt.