50 Jahre Punk
„Das Wichtigste war die Rebellion“ – Punk als globale Bewegung
Seit Punk vor 50 Jahren entstand, hat sich die Bewegung trotz Vereinnahmungen durch den Mainstream sowie Hochs und Tiefs zu einer weltweiten Subkultur entwickelt, die nach wie vor rebellisches Potenzial besitzt. In südamerikanischen Ländern wie Argentinien, Brasilien und Chile stand der musikalische Underground zu Beginn in einem engen Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die Militärdiktaturen.
Unermüdlich: die Ratos de Porão aus São Paulo Foto: Pablo Vaz
Unsere erste Begegnung mit Punk in Argentinien Anfang der 90er-Jahre war im wahren Sinne des Wortes unterirdisch. Wir hatten uns mit einer Freundin in einer Bar in der Avenida de Mayo im Zentrum von Buenos Aires verabredet. Als wir das Lokal verließen, nahmen wir uns noch einen „tres cuarto“, eine Dreiviertel-Liter-Flasche Quilmes-Bier, mit auf den Weg und zogen ein paar Straßenzüge weiter ins Centro parakultural. Das Centro parakultural war in den 80ern der damals angesagteste Ort für Punkkonzerte in Buenos Aires und befand sich in einem Keller im Stadtviertel San Telmo. Die Metropole am Río de la Plata gilt bis heute als „capital del rock“, und der „rock nacional“ ist neben dem Fußball der Stolz der Argentinier. Vor dem Parakultural war das Café Einstein das Epizentrum des argentinischen Undergrounds.