Fotoausstellung
Das Vermächtnis des Welterblickers
Der schwarz-weiße Bildkosmos von Sebastião Salgado zeigt Natur und Menschen in einer archaischen Schönheit und verleiht ihnen eine fast sakrale Aura. Jahrzehntelang besuchte der im Mai verstorbene brasilianische Fotograf den amazonischen Regenwald und seine indigene Bevölkerung. Die Schau „Amazônia“, kuratiert von seiner Frau Lélia Wanick Salgado, ist zurzeit in Köln zu sehen.
Salgado hält die Schönheit der Natur Amazoniens fest Foto: Sebastião Salgado
Zum ersten Mal bin ich Sebastião Salgado und seinem Werk im Jahr 1997 in São Paulo begegnet. Der Fotograf hatte gerade seine Ausstellung „Terra“ über die Landlosen in Brasilien eröffnet. Ich nahm am selben Jahr an einer großen Demonstration der Landlosenbewegung in Porto Alegre teil und war erstmals in die Millionenmetropole gekommen. In den symbolträchtigen Fotos Salgados war vielen der Menschen, die ihre Arbeit auf dem Land verloren hatten und gezwungen waren, in die Städte abzuwandern, wo sie zumeist in Favelas lebten, ihr Schicksal regelrecht ins Gesicht geschrieben. Mir blieb neben den Schwarz-Weiß-Fotos vor allem die sanfte Stimme, mit der Salgado voller Empathie für die Menschen über seine Arbeit und Begegnungen sprach, dauerhaft in Erinnerung.