Kindesmissbrauch

Das Schweigen ist der beste Schutz für die Täter

Der Polizeibericht 2019 verzeichnet einen starken Anstieg von Kindesmissbrauchsfällen. Zusätzlich wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Um Kindern wirksam zu helfen, bedürfe es einer Aufklärung ab dem Kindergarten darüber, was erlaubte körperliche Berührungen sind, fordern Experten. Leider stehen einer effektiven Prävention hartnäckige Mythen gegenüber. So ist der Täter nicht der „böse Fremde“, sondern in der Regel ein guter Bekannter des Kindes.

Meistens kennen sich Täter und Opfer

Meistens kennen sich Täter und Opfer Foto: dpa

„Opa kam zu Papa nach Hause und er kam zuerst ins Schlafzimmer von A. [die Schwester] und dann kam er in mein Zimmer und tat mir weh. Und dann ging er allein. Und Daddy hatte es nicht gesehen, weil er wichtige Dinge tut.“ Dies ist die Aussage eines fünfjährigen Kindes aus dem Bericht* einer Psychologin in einem reellen Rechtsstreit. Die Aussage des kleinen Jungen wurde von seinem Vater in Zweifel gezogen; die Behauptung, sein eigener Vater sei ein Pädophiler, war für ihn aus der Luft gegriffen. Die mit dem Fall befasste Psychologin weist in ihrem Bericht ausdrücklich darauf hin, dass kleine Kinder in der Regel solche Sachen nicht erfinden.

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