Von der Sowjetunion nach Luxemburg verschleppt
Austellung „Ost“ in Düdelingen macht übersehene Opfer des Nationalsozialismus sichtbar
Bislang wurde dem Schicksal der während des Zweiten Weltkriegs aus der Sowjetunion nach Luxemburg zwangsdeportierten Menschen nur wenig Beachtung geschenkt. Das „Centre de documentation sur les migrations humaines“ (CDMH) in Düdelingen, wichtiger Erinnerungsort für die Migrationsbewegungen in Luxemburg, widmet diesen übersehenen Opfern des Nationalsozialismus eine bewegende Ausstellung und macht sie sicht- und hörbar.
Verschwundene Spuren: Zwischen 1942 und 1944 wurden zahlreiche Zwangsarbeiter aus der Ukraine, Russland und Weißrussland nach Luxemburg verschleppt Foto: Editpress/Julien Garroy
Eine große Tafel konfrontiert die Besucher:innen beim Betreten der Ausstellung „OST – Les traces disparues des travailleuses et travailleurs forcés d’Ukraine, de Russie et Biélorussie au Luxembourg (1942-1944)“ unmittelbar mit ihrem zentralen Sujet: Menschen, Gesichter von meist jungen Menschen. Es sind Fotos in Ausweisgröße, aufgenommen bei der amtlichen Erfassung der während des Zweiten Weltkriegs nach Luxemburg aus der Sowjetunion Verschleppten. Bei ihrer Ankunft erhielten sie eine Nummer und Kleidung mit einem Aufnäher mit der Aufschrift „OST“. Offiziell wurden sie nun „Ostarbeiter“ genannt, in Abgrenzung zu anderen zwangsdeportierten Gruppen.