Neue Ausstellungen
Auf Entdeckungsreise durch Luxemburgs Galerien
Draußen blüht die Natur langsam auf. In den Galerien ist mittlerweile die dritte Ausstellungswelle angerollt. Erfreulich ist, dass GO Art in Esch/Alzette sich mit einer „Préfiguration“-Schau zwar außerhalb der Pavillon-Wände, aber immerhin wieder mit Kunst zurückmeldet und Galerien in der Stadt Luxemburg und außerhalb neue Angebote bereithalten. Auf alle einzugehen, würde den Rahmen dieser Chronik sprengen, darum eine Auswahl als Vorschau.
Symbolbild: In den Gallerien und Museen gibt es derzeit viele Vernissagen – und somit neue Ausstellungen zu entdecken Foto: Pexels
Seit zwei Wochen sind zwei Künstler aus Japan in der Galerie Simoncini zu Gast. Mit Rikizo, der in Paris und Kioto aktiv ist, zeigt erneut ein Künstler seine typischen Kompositionen in Rot auf schwarzem Hintergrund, derweil Yoshin Ogata fein gestaltete Skulpturen in der seit geraumer Zeit für asiatische Kunst zugänglichen Galerie fast auf dezente Weise präsentiert. Die unterschiedlichen Formate von Rikizo an den Wänden stehen im Dialog zu den fast smarten Skulpturen seines Künstlerkollegen, den es wie viele Bildhauer nach Italien gezogen hat. Zeigt er in Luxemburg feine „Tischskulpturen“, so sind seine monumentalen Arbeiten in der ganzen Welt zu bewundern.
Vernissagen à gogo
Unweit der in der Notre Dame-Straße gelegenen Simoncini-Galerie gibt es die Reuter Bausch Gallery. Letztere eröffnet diese Woche eine Ausstellung sozusagen im Dreierpack, deren Ankündigung mit Werken von Mia Kinsch, Martin Palmyre und Pascal Vilcollet eine spannende Schau in Aussicht stellt. Setzt sich die Luxemburgerin Mia Kinsch mit dem Frauenkörper auseinander, so nehmen die Holzskulpturen von Alberto Vitello „organische Formen“ in Bewegung an. Martin Palmyr hingegen malt abstrakte Landschaften. Die Werke der beiden Künstler und der Künstlerin sind fein in den beiden Räumen der Galerie in Szene gesetzt.

Mia Kinsch stellt in der Reuter Bausch Gallery aus Foto: Editpress/Anouk Flesch
Der französische Maler Jean Moiras ist einmal mehr Gast in der Galerie Schortgen. Es ist eine recht gefällige Landschaftsmalerei, die der Künstler gerne auch mit Blumengebilden und Stillleben zu einer ansprechenden Expo kombiniert, wobei er bewusst figürliche und freie Malerei mal abwechselnd, mal miteinander verbindet. Seine Werke strahlen südliches Flair aus.
Im portugiesischen Kulturzentrum „Camôes“, in dem schon so manche authentische Malerei aus diesem Land zur Geltung gekommen ist, spielt Antonio Cassiano heuer eine weniger traditionelle, eine ganz farbige themenübergreifende Musik. Mit „Visions in Technicolor“ greift er eine Filmtechnik aus dem goldenen Zeitalter des amerikanischen Kinos auf. Seine Leinwandprotagonisten strahlen sowohl Gesichter mit Starallüren als auch nachdenklicher Mimik aus. Ein doch ungewohnter, aber interessanter Beitrag aus dem südlichen Portugal.

Eindruck von Enrico Bachs Kunst Quelle: Valerius Gallery
Die am Theaterplatz angesiedelte Valerius Gallery wartet von Ende April bis Anfang Juni mit einer auf Linien konzentrierten Malerei von Enrico Bach auf. Der aus Deutschland stammende Künstler genießt internationalen Ruf. Er überrascht mit seinen in die Tiefe reichenden geometrisch gehaltenen Abstraktionen. Die Dichte seiner auf den ersten Blick übersichtlich anmutenden Bilder erreicht er durch Überlappung mehrere filigran gehaltener Figuren auf farbigem Hintergrund, deshalb auch der Titel der Expo „The Room Behind It“.
City Museum, Mudam und Foundation
Eröffnet das City Museum diese Woche seine neue Ausstellung „De mémoire d’arbre“, in der es über Holz-Verwertung und Kunst anhand eines bestimmten Baumes, der neben dem Museum stand, geht, so stellt der Luxemburger Künstler Thierry Hensgen derzeit und noch bis Monatsende im MOB-Art Studio unter dem Titel „Wood Light“ seine Arbeiten aus dem Material aus, das unsere Wälder hergeben. Der Künstler hat eine eigene Art, aus diesem Material mehr als nur attraktive Formen und Objekte herauszuarbeiten.

Ab Donnerstag gibt es im Cercle Cité die Ausstellung „Contemporary Artists’ Books“ zu sehen Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Der im Cercle Cité gelegene Ausstellungsraum zeigt ab diesem Donnerstag „Contemporary Artists’ Books“, eine Kollektivschau, die Werke mehrerer Künstler vereint und ob ihrer Lage zahlreiche Besucher anzieht.
Neben diesen Hinweisen sei für die Stadt Luxemburg noch auf „Les plaisirs de la glace“ in der Villa Vauban bis Mitte Mai sowie auf den dritten Teil der Sonderschau „Seven Paintings – Seven Encounters“ im Mudam hingewiesen. Nach Berthe Lutgen und Edi Hila ist nun eine Arbeit der Kanadierin Ambera Wellmann dran. Diese Werke, die allesamt für zeitgenössische Kunst stehen, werden fast wie in einem „Séparée“ auf dem ersten Stock des Mudam dem Publikum zugänglich gemacht. Am Freitag feiert Mudam Luxembourg Vernissage der Expo „Do Nine-Tailed Fox“ von Sojung Jun, eine Ausstellung, die bis zum Nationalfeiertag im Juni zu erleben sein wird.
Liegt die Valentiny Foundation in Remerschen etwas abseits vom hektischen Kunstbetrieb der Hauptstadt, so bemühen sich die Verantwortlichen doch, ein attraktives Ausstellungsprogramm zusammenzustellen. Nicht zum ersten Mal werden ab diesem Freitag rezente Malereien von François Valentiny, der außerdem in den Räumlichkeiten der Foundation einen Einblick in sein Architektur-Werk ermöglicht, sowie Kunstwerke von Edith Burggraff ausgestellt. Zwei unterschiedliche Stile treffen hier aufeinander, wohl wie bei der letzten gemeinsamen Expo wieder ein fruchtbarer Dialog zweier Kunst-Temperamente. Die Ausstellung „L’Art en partage“ dauert bis zum 10. Mai. Sie wird von einem recht aufwendigen Katalog begleitet. Auch in anderen Ortschaften abseits der Hauptstadt gab es in den letzten Wochen ausgezeichnete Ausstellungen; auch hat es dieser Tage Vernissagen gegeben, doch ist es ob der Vielfalt nicht möglich, auf alle hinzuweisen.
Haben am letzten Wochenende Nosbaum Reding Gallery und die Konschthal Esch an der ART Düsseldorf teilgenommen, so findet an diesem Wochenende ART Brussels in der belgischen Hauptstadt statt. Traditionell gibt es auch auf dieser international renommierten Messe eine Beteiligung aus Luxemburg. Nosbaum Reding, Ceysson & Bénétière sowie Zidoun-Bossuyt Gallery haben in den letzten Jahren den Kunstplatz Luxemburg dort vertreten. In diesem Jahr ist das teilweise der Fall. Ceysson & Bénétière hält auf ihrem Stand 5 D – 35 eine Schau mit Werken von 19 Künstlern bereit. Nosbaum Reding belegt den Stand 5B – 32, ergo ist Luxemburg mit zwei Galerien vertreten.