Musik
Assange, Snowden und ein Klavier: David André veröffentlicht die erste EP seines Soloprojekts Gregario
David André ist kein Unbekannter in der lokalen Musikszene. Nachdem er Bass, Gitarre und Synthies in unterschiedlichen Bands gespielt und Erfahrungen im Post- (Balboa), Indie- (Metro) und Math-Rock (Mount Stealth) gesammelt hat, veröffentlicht er unter dem Namen Gregario mit „Whistleblowers“ eine erste gelungene Soloarbeit, die das Klavier ins Zentrum stellt. Wer GoGo Penguin und Nils Frahm mag, wird Gefallen an Andrés Songsammlung finden.
Gregario ist das erste Soloprojekt von David André
„Vielleicht war es eine Antwort, eine Reaktion auf die Musik, die wir mit Mount Stealth schrieben und bei der es die Tendenz gab, die Dinge zu maximieren.“ In der Tat ist David Andrés Soloprojekt Gregario der minimalistische Gegenpart zum tanzbaren, vor Ideen überbordenden Math-Rock von Mount Stealth – und trotzdem teilt Gregario mit Andrés Vorgängerband ein Gespür für dichte Atmosphären und verspielte Loops, auf die sich einprägsame Melodien schichten. So zum Beispiel auf der Vorabsingle „EauTomate“, das eine am Piano gespielte Bassmelodie loopt und dann verträumte Klavier- und Synthiemelodien über das elegant schleppende Schlagzeug von Paul Fox legt. Das erinnert nicht zuletzt wegen der leicht jazzigen Perkussion an Radiohead ohne Thom Yorke und an die ruhigeren Momente von GoGo Penguin, die im kommenden Oktober im Atelier auftreten sollten – und für die Gregario eigentlich ein optimaler Support Act wäre.