Deutschland
Zwischen Politikverdrossenheit und Zukunftsangst: Warum die AfD in der Mitte gewinnt
Die AfD richtet bei ihrem Tun das Augenmerk besonders stark auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Was es mit der „alten Mitte“ auf sich hat und warum die Parteien der demokratischen Mitte dort an Zustimmung verlieren.
Die AfD stellt mittlerweile eine der größten Fraktionen im Bundestag. U.a. Gerold Otten und Alice Weidel sitzen für die rechtsextreme Partei im Parlament. Foto: AFP
Wenn der AfD-Spitzenpolitiker Bernd Baumann über Menschen spricht, auf die die Politik seiner Partei abzielt, fällt der Begriff der „Alten Mitte“. Dann verweist der Bundestagsabgeordnete, der Erster Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion ist, auf den Soziologen Andreas Reckwitz. Vereinfacht gesagt, hat der Wissenschaftler einen sozialstrukturellen Wandel ausgemacht mit neuen Konfliktlinien in der Mitte der Gesellschaft. So gibt es demnach eine alte Mittelschicht von Menschen mit mittleren Bildungsabschlüssen, die auf dem Land oder in Kleinstädten leben und dort verwurzelt sind. Dann gibt es eine neue Mittelschicht mit Universitätsabschluss, liberal und kosmopolitisch. Baumann sagt: „Als ihre politische Speerspitze erkennt diese Alte Mitte immer mehr die AfD. Diese Wähler wollen nicht immer bunter und diverser werden – sondern deutsch und europäisch bleiben.“