Präsidentschaftswahl
Zwischen Lula und Bolsonaro: Brasiliens politische Spaltung reicht bis nach Luxemburg
Wenn am Sonntag etwa 156 Millionen Brasilianer über die politische Ausrichtung ihres Landes entscheiden, werden sie ihre Stimmen über ein System „elektronischer Wahlurnen“ abgeben. Auch in Luxemburg. Das Tageblatt hat mit einigen im Großherzogtum lebenden Brasilianern über den oftmals als „Schicksalswahl“ bezeichneten Urnengang gesprochen.
Die Wahl am Sonntag wird oftmals als „Schicksalswahl“ bezeichnet Montage: Tageblatt/Grafik
Mit der Frage, wie ihr Heimatland in der Welt gesehen wird, beschäftigt sich Élbia Chaves Leopold seit Jahren eingehend. Im zentralbrasilianischen Bundesstaat Goiás geboren und aufgewachsen, wohnte sie jahrelang in verschiedenen Städten des Landes, bevor sie 2004 zum Arbeiten nach Großbritannien kam. Seit 2008 lebt die studierte Umweltwissenschaftlerin mit ihrem deutschen Ehemann in Esch. Bereits vor den Wahlen 2022 bedauerte sie die zunehmende Polarisierung in Brasilien. Der Trend setzte sich fort und geht einher mit einer starken Personalisierung der Wahl. „Schon während Bolsonaros Präsidentschaft“, sagt Élbia, „war die brasilianische Gesellschaft zwischen seinen Anhängern und Gegnern gespalten.“ Der Riss in der Gesellschaft gehe seither selbst durch Familien.