Pipeline-clinch
Zagreb verwahrt sich gegen „Erpressung“ – Ungarn fordert Transit von russischem Rohöl
Im Pipeline-Streit um russische Erdöllieferungen nimmt Ungarn nach der Ukraine nun auch den EU-Partner Kroatien verstärkt ins Wahlkampfvisier. Doch das Ultimatum, „umgehend“ den Transit russischen Rohöls zu ermöglichen, hat das sich gegen „Erpressung“ verwahrende Zagreb zunächst verstreichen lassen.
Ungarns Premierminister will unbedingt billigeres russisches Öl kaufen, die Energiesicherheit seines Landes ist nicht gefährdet Foto: AFP/Nicolas Tucat
Immer wenn es ums liebe Erdöl geht, sind die Zeiten des gutnachbarschaftlichen Schulterklopfens zwischen den EU-Partnern Ungarn und Kroatien längst vorbei. Zum Dauerkrach um den kroatischen, aber von Ungarns staatlichem Ölriesen MOL seit 2008 kontrollierten Raffineriekonzern INA gesellt sich nun auch noch ein eskalierender Pipeline-Streit: Budapest will Zagreb per Strafandrohung zum Transit russischen Rohöls zwingen.