Schmerzhafte Ohrfeige für US-Justiz
Wikileaks-Gründer Assange wird nicht ausgeliefert
Eine britische Richterin urteilt, dass der Australier nicht in die USA ausgeliefert wird. Er sei „ein depressiver, verzweifelter Mann“. Ein Freibrief für den Whistleblower ist der Urteilsspruch trotzdem nicht.
„Free Julian Assange“: Unterstützer jubeln nach dem Urteil Foto: AFP/Daniel Leal-Olivas
„Free Julian Assange“, brüllten die Demonstranten am Montagmorgen vor dem zentralen Londoner Kriminalgericht. Dieser Wunsch geht zwar einstweilen nicht in Erfüllung. Doch konnte der Wikileaks-Gründer am Montag in seinem Kampf gegen die US-Justiz einen bedeutenden Sieg verbuchen: Mit Blick auf die harschen Bedingungen in US-Gefängnissen lehnte die Londoner Bezirksrichterin Vanessa Baraitser die Auslieferung des 49-Jährigen ab. Die Sicherheit des depressiven und suizidgefährdeten Aktivisten sei jenseits des Atlantiks nicht gewährleistet. Weil die US-Vertreter unmittelbar Berufung einlegten, bleibt Assange zunächst weiter in britischer Haft.