Deutschland
Wie es zum Rücktritt von Bärbel Bas kam – und wie es weitergeht
Es ist ein Paukenschlag, auch wenn es Anzeichen gab: Bärbel Bas ist als SPD-Vorsitzende und als Bundesarbeitsministerin zurückgetreten. Aus persönlichen Gründen – aber auch mit scharfer Kritik an der Union. Jetzt will sich die SPD neu sortieren.
Die deutsche Arbeitsministerin und Ko-Parteivorsitzende der SPD, Bärbel Bas, tritt von ihren beiden Funktionen zurück Foto: Tobias Schwarz/AFP
Um 7.51 Uhr verschickt man an diesem Montagmorgen im SPD-Parteivorstand eine persönliche Erklärung von SPD-Chefin Bärbel Bas und ein begleitendes Statement von Co-Chef Lars Klingbeil. Um 8 Uhr beginnt die Präsidiumssitzung, kurz darauf folgen schriftliche Äußerungen von Fraktionschef Matthias Miersch und der SPD-Führung aus Bas’ Heimat NRW.
Es wird klar, dass es sich um einen orchestrierten Abschied handelt, um einen geplanten Rückzug: Bas gibt ihr Amt als Parteivorsitzende ab, ebenso das der Bundesarbeitsministerin. „Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben“, heißt es in Bas’ Erklärung. Sie begründet den Schritt einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter. Sie brauche nun Zeit, die Trauer zu verarbeiten. „Diese möchte ich mir ausreichend nehmen“, schreibt Bas. Gleichzeitig seien aber auch öffentliche Angriffe auf sie, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“, in der persönlich schwierigen Zeit weiter forciert worden.