Brüssel

Wie eine Allianz aus elf Konzernen vorging, um die Lieferkettenrichtlinie zu Fall zu bringen

Die Verfechter einer europäischen Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) mussten dieses Jahr einen herben Rückschlag hinnehmen. Die Organisation SOMO verfolgt die Machenschaften von multinationalen Unternehmen und deren Lobbyisten – und hat über geleakte Dokumente herausgefunden, wie eine Allianz aus elf Konzernen vorging, um die Lieferkettenrichtlinie zu Fall zu bringen.

Club der Umweltverschmutzer: ExxonMobil-Raffinerie in Billings im US-Bundesstaat Montana 2016. Der Konzern musste zwölf Millionen US-Dollar Strafe bezahlen.

Club der Umweltverschmutzer: ExxonMobil-Raffinerie in Billings im US-Bundesstaat Montana 2016. Der Konzern musste zwölf Millionen US-Dollar Strafe bezahlen. Foto: Matthew Brown/AP

Dabei hat es lange gut ausgesehen für eine Umsetzung des Lieferkettengesetzes, besser gesagt: der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD). Diese gilt als Meilenstein zum Schutz von Menschen- und Umweltrechten sowie zum Klimaschutz – und als Teil des europäischen „Green Deal“. Unternehmen sollen vor europäischen Gerichten zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie von Menschenrechts- und Umweltrechtsverletzungen oder Kinder- und Zwangsarbeit profitieren. Der Durchbruch dazu gelang am 14. Dezember 2023. Nachdem bereits ein halbes Jahr zuvor das Europäische Parlament seine Position zur Lieferkettenrichtlinie formuliert und angenommen hatte, einigten sich die Vertreter des Europäischen Rats und des EU-Parlaments auf eine Kompromissfassung der Direktive.

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