Plagiatsvorwürfe, Hetzkampagnen und ein Selbstmord
Wie die mediale Debatte im Fall Jason Arday entgleist ist
Auch nach dem Tod des früheren Cambridge-Professors Jason Arday hält die Diskussion über seine private und wissenschaftliche Karriere an.
Eine Mahnwache erinnert am Londoner Trafalgar Square an den Tod des ehemaligen Cambridge-Professors Jason Arday Foto: AFP
Gab es einmal so etwas wie das Schweigen im Angesicht des Todes, noch dazu eines selbstbestimmten? Der britische Premierminister scheint sich daran zu erinnern. Den Suizid des einst jüngsten schwarzen Professors an der Elite-Universität von Cambridge, Jason Arday, nannte der Katholik Andy Burnham am Wochenende „eine Tragödie auf so vielen Ebenen“. Und fügte hinzu: „Dies ist nicht der Moment für rasche Urteile. Wir sollten darüber reflektieren, wie es dazu kommen konnte.“
Natürlich ignorierten die Online-Krieger in den unsozialen Medien und die Kommentatoren der wichtigsten Zeitungen die klugen Sätze. Stattdessen setzte sich, unter etwas veränderten Vorzeichen, dieselbe Hysterie fort, die, so muss es scheinen, zu der Entscheidung des 41-jährigen Familienvaters mindestens erheblich beigetragen hat.