Deutschland
Wie die Linkspartei um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl ringt
Nicht nur Union und Grüne stehen vor wichtigen personellen Weichenstellungen für die Bundestagswahl im Herbst. Auch bei den Linken bahnt sich eine Entscheidung an: „Es wäre gut, wenn wir die Frage der Spitzenkandidatur noch im April klären könnten“, sagte Linkspartei-Chefin Janine Wissler am Dienstag in einem Interview. Sie selbst könnte Teil der Lösung sein.
Fraktionschef Dietmar Bartsch dürfte einer der beiden Spitzenkandidaten der Linkspartei bei den anstehenden Parlamentswahlen in Deutschland sein Foto: dpa/Wolfgang Kumm
Die Frage der Spitzenkandidatur war in der jüngeren Geschichte der Linken stets ein Quell erbitterten Streits gewesen. Für das Wahljahr 2017 setzten sich Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch durch, nachdem die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger alles versucht hatten, um die beiden Fraktionschefs auszubremsen. Vier Jahre davor hatte die Linke sogar acht Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt, um persönliche Animositäten notdürftig zu übertünchen. Dem damaligen Fraktionschef Gregor Gysi wurde ein Trupp mehr oder minder unbekannter Genossen an die Seite gestellt. „Gysi und die sieben Zwerge“, spotteten Beobachter seinerzeit.