Deutschland
Wie die Grünen die schlechte Stimmung gegen sie drehen wollen
Die Grünen stehen in Umfragen schlecht da. Bei der Brandenburg-Wahl dürften sie die nächste Klatsche einfahren. Nun feilen sie an einer Strategie, wie sie sich bis zur Bundestagswahl aus dem Tal herauskämpfen wollen.
Der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck sucht nach Wegen, um Optimismus in seiner Partei zu verbreiten Foto: Tobias Schwarz/AFP
Robert Habeck badet im Jubel der Menge. Der grüne Wirtschaftsminister und Vizekanzler genießt sichtlich die Begeisterung und den Applaus, der ihm aus dem voll besetzten Kinosaal in Potsdam entgegenschlägt. Es ist der 3. September, knapp drei Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg. Habeck ist in die Landeshauptstadt gekommen, um seiner angeschlagenen Partei auf den letzten Metern vor der Wahl Mut zu machen. „Wahlkampf kommt von kämpfen. Und wie die Amerikaner sagen: Wenn man gewinnen will, dann muss man auch kämpfen“, ruft Habeck in den Saal, in dem vor allem Gleichgesinnte sitzen. „Also, reißen wir uns zusammen, hängen wir uns rein, sorgen wir dafür, dass wir am Wahlsonntag am 22.9. ein richtig fettes, starkes grünes Ergebnis bekommen.“ Das Publikum jubelt, Habeck reckt kampfeslustig die Fäuste in die Luft.