Wohin mit dem Geld?
Wie Polens Regierung wegen 58 Milliarden Euro EU-Coronahilfen ins Straucheln gerät
Die EU will Polen mit 58 Milliarden Euro bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen. PiS-Chef Kaczynski würde das Geld annehmen. Doch ausgerechnet jetzt holen ihn die Geister der Vergangenheit ein.
Jaroslaw Kaczynski stänkerte so sehr gegen die EU, dass seine Koalitionspartner jetzt Geld aus Brüssel ablehnen Foto: Reuters/Kacper Pempel
Regierungschef Mateusz Morawiecki und sein Vizepremier Jaroslaw Kaczynski, der mächtige Parteichef von „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) haben hochfliegende Pläne: Dank des EU-Corona-Wiederaufbaufonds sollen bis 2026 Hunderte von Spitälern modernisiert und Tausende von Autobussen gebaut werden, die mit „patriotisch“ in Polen gewonnenem Wasserstoff angetrieben werden. Dazu kommen 9.000 zusätzliche Krippenplätze, der Zukauf weiterer Covid-Impfdosen und neue Fotoradargeräte für die polnische Polizei. Dieser etwas seltsam anmutende Aufbauplan sollte bis Ende April verabschiedet und nach Brüssel zur Genehmigung vorgelegt werden.