Georgien-Wahl

Wahlkommission will Stimmzettel teilweise neu auszählen lassen

Menschen kommen mit georgischen und EU-Fahnen zu einer Demonstration in der georgischen Hauptstadt. Die Veranstaltung wenige Tage vor der Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik stand unter dem Motto «Georgien wählt die Europäische Union».

Menschen kommen mit georgischen und EU-Fahnen zu einer Demonstration in der georgischen Hauptstadt. Die Veranstaltung wenige Tage vor der Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik stand unter dem Motto «Georgien wählt die Europäische Union». Foto: Katharina Schröder/dpa

Nach dem umstrittenen Ausgang der Parlamentswahl in Georgien hat die zentrale Wahlkommission angekündigt, die Stimmzettel in rund 14 Prozent der Wahllokale neu auszählen lassen zu wollen. Die Behörde werde eine Neuauszählung der Stimmzettel „in fünf zufällig ausgewählten Wahllokalen in jedem Wahlbezirk vornehmen“, hieß es am Dienstag in einer Erklärung.

Die pro-europäische Opposition hatte der Regierungspartei nach der Wahl am Wochenende Betrug vorgeworfen. Am Montagabend waren zehntausende Menschen zu Protesten gegen das offizielle Wahlergebnis auf die Straße gegangen. Zu den Protesten hatte die Opposition aufgerufen, auch die pro-europäische Präsidentin Salome Surabischwili nahm daran teil.

Die Wahlkommission in Georgien hatte am Sonntag nach der Auszählung fast aller Stimmen die Regierungspartei Georgischer Traum mit 54 Prozent der Stimmen zur Siegerin erklärt. Das pro-westliche Oppositionsbündnis kam demnach auf 37,58 Prozent. Das Bündnis bezeichnet die offiziellen Ergebnisse als „gefälscht“ und beansprucht den Wahlsieg für sich.

Auch die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), des Europarats, des Europaparlaments und der Nato äußerten Zweifel am offiziellen Ergebnis.

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