Referendum
Vor 50 Jahren stimmten die Briten schon einmal über Europa ab
Über dieses Jubiläum will in London niemand reden. Der 50. Jahrestag des ersten Europa-Referendums an diesem Donnerstag (5. Juni 1975) reißt bei den zahlreichen Europa-Freunden die kaum verheilte Wunde ihrer Niederlage bei der Volksabstimmung von 2016 wieder auf; selbst die fanatischsten Brexiteers haben es inzwischen aufgegeben, die vermeintlichen Vorteile ihres Isolationsschrittes zu beschwören.
Premierminister Keir Starmer sucht wieder stärker die Nähe zur Europäischen Union Foto: Adnan Beci/AFP
Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer schwärmt zwar von der gemeinsamen europäischen Verteidigung gegen die russische Aggression, meint damit aber die Zusammenarbeit unter dem Dach der NATO. Die kürzlich beschlossene „pragmatische Annäherung“ an die EU soll um Himmels willen keinesfalls den Anschein erwecken, man erwäge den neuerlichen Beitritt zu Zollunion, Binnenmarkt oder dem Club generell. Denn dann würde eine neuerliche Volksabstimmung fällig, was die meisten politisch Verantwortlichen nach den unerfreulichen Erfahrungen von 2016, aber auch dem Austrittsreferendum Schottlands 2014, gerne vermeiden würden.