Rüstungsindustrie
Volkswaffen statt Volkswagen: VW will laut Medienbericht Werk in Osnabrück zu Rüstungsfabrik umbauen
VW vor Rüstungsdeal mit Rafael Advanced Defence Systems: In Osnabrück könnten bald Teile für Israels Iron Dome statt Autos gebaut werden. Dadurch sollen Arbeitsplätze gerettet werden.
Explosionen über Tel Aviv am 28. Februar 2026: Raketen des Iron Dome fangen iranische Projektile vor dem Einschlag ab Foto: AFP
Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen verhandelt laut einem exklusiven Bericht der Financial Times mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defence Systems darüber, das Werk in Osnabrück von der Auto- auf die Rüstungsproduktion umzustellen. Demnach sollen dort künftig Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome gefertigt werden. Nach Angaben der Zeitung könnten so die rund 2.300 Arbeitsplätze am Standort erhalten bleiben. Auch die deutsche Bundesregierung soll das Vorhaben unterstützen.
Geplant ist dem Bericht zufolge, in Osnabrück unter anderem Trägerfahrzeuge, Abschussvorrichtungen und Generatoren für das System zu bauen. Die Raketen selbst sollen nicht dort produziert werden. Eine Umstellung der Produktion könnte laut Financial Times binnen 12 bis 18 Monaten erfolgen, sofern die Belegschaft dem Wechsel zur Rüstungsfertigung zustimmt. Volkswagen erklärte Reuters zufolge, man prüfe weitere Optionen für den Standort und führe Gespräche mit Marktteilnehmern, schließe die Produktion von Waffen aber aus.
Rafael Advanced Defence Systems hofft, das Iron-Dome-System an Regierungen in ganz Europa zu verkaufen. Die EU-Staaten bauen derzeit im Zuge einer groß angelegten Aufrüstung als Reaktion auf Russlands umfassende Invasion in die Ukraine ihre Luftverteidigung aus.
Volkswagen und andere deutsche Autohersteller haben aufgrund der chinesischen Dominanz in der Automobilindustrie zusehends mit Absatzproblemen zu kämpfen. Der Konzern hat jüngst einen massiven Stellenabbau angekündigt.