Tageblatt-Reportage

Volksaufstand in Minsk: Wie in Belarus gerade von unten eine Bürgergesellschaft geboren wird

Die sonntäglichen Demonstrationen Hunderttausender sind nicht die einzige Form des Protestes in Belarus. Tageblatt-Korrespondent Paul Flückiger ist durch Minsker Hinterhöfe gestreift, hat geheimen Konzerten gelauscht und besuchte die Erinnerungsorte, die jede Revolution braucht. Eine Reportage über eine Gesellschaft, die sich gerade neu erfindet.

Bilder, Lieder, Orte: Auch die Revolution in Belarus braucht ihre Symbole

Bilder, Lieder, Orte: Auch die Revolution in Belarus braucht ihre Symbole Foto: AFP

Auf den ersten Blick fällt gar nichts auf: Ein Kinderspielplatz, wie es sie Tausende in Minsk zwischen den gesichtslosen Hochhaussiedlungen gibt. Doch die kleinen Abfalleimer aus Gussbeton sind hier weiß-rot-weiß angepinselt. Ein kleines Zeichen des Widerstandes gegen das Regime im westlichen Minsker Stadtteil Kamennaja Gorka. Die fünf riesigen Wohnblocks wurden alle vor rund zehn Jahren gebaut. In der Nachbarschaft steht das große Bürohaus, in dem sich IT- und Outsourcing-Firmen eingemietet haben, das dem Quartier seinen informellen Namen gegeben hat.

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