Deutschland
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist zurückgetreten
Die im Amt unglückliche Christine Lambrecht bittet um Entlassung. Wer ihr folgt, übernimmt ein hoch kompliziertes Haus und braucht starke Durchsetzungskraft. Das umständliche Beschaffungswesen muss endlich reformiert und beschleunigt werden. Die Bundeswehr braucht Tempo, damit vor allem die Fähigkeit zur Verteidigung des eigenen Landes wieder steigt.
Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht besuchte vor einigen Tagen ein Infanterie-Bataillon im Osten Deutschlands: Sie sei nie so richtig bei der Truppe angekommen, wird gesagt Foto: Philipp Schulze/dpa
Christine Lambrecht macht es schriftlich. Neun Zeilen müssen genügen. Die Ministerin, die sie an diesem Vormittag noch ist, will selbst nicht mehr öffentlich auftreten. Seit Monaten steht die SPD-Politikerin in der Kritik – auch durch selbst verursachte Fehler, zuletzt ein total verunglücktes, privat aufgenommenes Silvestervideo. „Die monatelange mediale Fokussierung auf meine Person“ lasse eine sachliche Berichterstattung und Diskussion über Bundeswehr und ihre Soldatinnen und Soldaten wie auch über sicherheitspolitische Weichenstellungen kaum zu. „Ich habe mich deshalb entschieden, mein Amt zur Verfügung zu stellen“, so die SPD-Politikerin. Die „wertvolle Arbeit“ der Soldatinnen und Soldaten müsse im Vordergrund stehen.