Balkan
Vermisste und Massengräber belasten Verhältnis zwischen Kosovo und Serbien
Die Konfrontation mit den im Namen der eigenen Nation begangenen Kriegsverbrechen fällt Serben und Kosovaren noch immer schwer: Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Kosovokrieg belasten Kriegsvermisste und vertuschte Massengräber noch immer die gegenseitigen Beziehungen.
Serbische Flaggen hängen auf den Balkonen eines Mietshauses in der geteilten Stadt Mitrovica in Kosovo. Der Norden ist serbisch dominiert, der Rest kosovarisch. Foto: AP/Darko Vojinovic
Von einer Versöhnung über den Gräbern scheinen die einstigen Kriegsgegner Serbien und Kosovo weiter Lichtjahre entfernt. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic werde so lange keine Einreisegenehmigung mehr erhalten, bis sich Belgrad „für den Genozid an unserer Bevölkerung entschuldigt“, kündigte Kosovos Außenministerin Meliza Haradinja-Stubler in dieser Woche empört an. Der Grund für den undiplomatischen Ausfall der Chefdiplomatin: Ein im südserbischen Dorf Kizevak bei Raska aufgefundenes Massengrab hat die kaum vernarbten Kriegswunden der unwilligen Nachbarn neu aufgerissen.